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Leben mit oder ohne Zucker? Wieviel Zucker?Ich befinde mich seit Jahren in einem persönlichen Zuckerkrieg. Ich stellte fest, dass meine kleine Tochter, die immer sehr quirlig und aufgeweckt war, nach dem essen von Süssigkeiten aufging wie eine Bombe. Sie war im Grunde nicht mehr zu erreichen, wenn ich sie ansprach, erweckte sie den Eindruck, sie sei in ihrer eigenen Welt, wie unter einer Käseglocke. Es dauerte nur 5-10 Minuten nachdem sie ein Stück Schokolade gegessen hatte, rannte los, spielte verrückt und forderte von ihrer Umwelt absolute physische Kraft um mit ihr zu spielen. Das ganze dauerte 2-4 Stunden an. Ich spreche hier von 1,2 kleinen Stücken Süssigkeiten (egal ob Schokolade oder Bonbons). Daneben bemerkte ich, dass sie kein bzw. sehr wenig Mittag- oder Abendessen aß, wenn sie 2-3 Stunden vorher etwas Süsses gegessen hatte. Es ging soweit, dass sie einmal ihren kompletten Teller -ohne jegliche Vorwarnung- in hohem Bogen vom Tisch warf, vor lauter Energie und Ärger darüber, dass sie essen sollte, obwohl sie viel lieber toben wollte. Ich entschied damals: keine Süssigkeiten mehr in unserem Haus und trat in meinen persönlichen Zuckerkrieg. Es war sehr schwer, Familie und Freunden klar zu machen, meiner Tochter bitte! keine Süssigkeiten mehr zu geben. Am schlimmsten war es in den Supermärkten. Überall bekam sie etwas geschenkt - niemand achtete meine Bitte. Bis ich eines Tages sagte: Nein bitte, sie hat Diabetis! - Das funktionierte, denn in Ägypten haben Viele Diabetis und die meisten Menschen haben grossen Respekt davor. Seitdem bekam sie eine kleine Tüte Chips geschenkt. Das war mir alle Mal lieber als der ewige Zucker und der Krieg, der daraufhin bei uns folgte. Ich bin mir sicher, dies können nur Eltern nachvollziehen, die die gleichen Erfahrungen wie ich gemacht haben und wissen, wovon ich spreche. Bis heute werde ich manchesmal belächelt - nur weil der eine oder andere es sich nicht vorstellen kann, das ein Kind so hochgeht und wie von Sinnen ist. Nachdem ich mich grossflächig mit dem Thema Zucker auseinandergesetzt habe, ist mir klar, dass der heutige Zucker in raffinierter Form UND die Mengen, die wir täglich zu uns nehmen bzw. unseren Kindern zumuten! ein absolutes Armutszeugnis für die Zivilisation ist. Unser Geschmacksempfinden ist beträchtlich gestört, was einen Grossteil unserer Lebensqualität stört - oder besser- unseres Genusses. Wann haben Sie das letzte Mal Erdbeeren ohne Zucker gegessen? Die meisten Kinder essen heute keine Johannisbeeren mehr - weil sie ihnen zu sauer sind. Wie bei einem Raucher muss ein gewisser "Zucker -Spiegel" erreicht werden. Guter Geschmack, Essen - was uns schmeckt, sind auch immer schöne Erinnerungen, sind Teil des Lebens, Anteile, die uns prägen - ein besonders leckerer Kuchen von Oma, sind auch Momente, die uns prägen - und wichtig sind. Schöne Erinnerungen versüssen das Leben. Ja, bitte bedenken: nicht der vorhandene Zucker - sondern die Erinnerungen -der besonders schön gedeckte Tisch, das spezielle Geschirr von Oma, der Geruch des Kuchens im Raum- versüssen uns das Leben! Mittlerweile wissen immer mehr Menschen um die Pflanze Stevia bzw. Süsskraut oder Honigkraut. Diese Pflanzen wurden bereits vor tausenden von Jahren von Indianern zum süssen ihrer Getränke genutzt. Heute wird der Genuss in Frage gestellt. Ich glaube eher, es geht hierbei um die Profite eines grossen Industriezweiges. In Japan wird Stevia bereits in Getränken und Kaugummis verwendet. In Europa wird noch immer um die Zulassung der Steviapflanze als Lebensmittel gekämpft. Aus diesem Grund wird Stevia oft als Kosmetikrohstoff bzw. Zahnpflegeprodukt angeboten, so auch in meinem Shop. Was sind Alternativen? Gibt es Alternativen?Natürlich gibt es Mittel und Wege zu weniger Zuckerkonsum. Ich werde nicht von ihnen verlangen, ohne Zucker zu leben. Das ist nicht notwendig. Es geht hautpsächlich darum, den Zuckerkonsum einzuschränken und/oder durch anderes zu ersetzen. Ausgenommen ist hier Süsstoff, den ich auf gar keinen Fall empfehle.
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